Filteranlagen

Filteranlagen sind dreidimensional wirkende Filterbettsysteme. Sie kommen zweckmäßigerweise dort zum Einsatz, wo die Trübstoffbelastung des flüssigen Mediums groß und die Filtrierbarkeit an zweidimensional wirkenden Filtersystemen schlecht oder unmöglich ist. Neben der rein mechanischen Filtrierwirkung kann der Trennvorgang fest/flüssig durch Adsorptionvorgänge an der Oberfläche des Filterkorns und durch 
heterogen katalysiertes Kristallwachstum unterstützt werden. Filterquarzkies, bzw. Sand oder auch aktiviertes Filtermaterial (AFM), wird in Abhängigkeit von der Beschaffenheit der zu entfernenden Feststoffe oder der gewünschten Fließgeschwindigkeit in unterschiedlichen Teilchengrößen ("Körnungen") eingesetzt. Üblich sind Körnungen von 3 - 5 mm Teilchendurchmesser für Stützkies und 0,7 - 1,2 mm Feinkies zur Filtration. Von Kiesfilteranlagen wird auch dann gesprochen, wenn das Filtermaterial Kies, Sand oder AFM teilweise oder vollständig durch andere körnige Materialien, wie zum Beispiel Tonerdegranulate, amorphe Alumosilikate, synthetische oder natürliche Zeolithe (z.T. chemisch imprägniert) oder Anthrazit ersetzt wird. Der gezielte Einsatz unterschiedlicher, auch chemisch wirkender Filtermaterialien in sog. Mehrschichtfiltern löst manche schwierigen Trennprobleme.

Anwendungsbereiche:

Der Einsatz von Filteranlagen in der Wasseraufbereitung als einzige Reinigungsstufe oder in Kombination mit weiteren verfahrenstechnischen Komponenten ist außerordentlich vielseitig. In der Trink- und Brauchwasser-aufbereitung werden Filteranlagen zur Entfernung von mineralischen und organischen Trübstoffen eingesetzt. Oftmals ist eine chemische Behand-lung, wie Dosierung von Fällungs- oder Flockungsmitteln vorgeschaltet. Der wichtigste Einsatzbereich ist die Enteisenung und Entmanganung von Oberflächen- oder Brunnenwasser. Dabei wird eine Oxidation mit Luftsauer-stoff oder starken Oxidationsmitteln, wie Kaliumpermanganatlösung, der 
Filtration vorgeschaltet. Die Oxidation führt gut lösliche Eisen(II) - und Mangan(II) - Verbindungen in schwer lösliche Eisen(III) - bzw. Mangan(IV) - Verbindungen über.

Die Inbetriebreinigung von Prozesswasser, wie z.B. die Entfernung von organischen Verschmutzungen aus dem Kühlwasser offener Rückkühlwerke oder von Korrosionsprodukten aus geschlossenen Kühlsystemen oder dem Kondensat von Dampferzeugern sind oft realisierte Aufgabenstellungen. Die Wiederverwertung von Reinigungslösungen und Spülwasser aus Wasch-anlagen kann durch eine Entfernung der Schmutzbelastung über Kiesfilter, bzw. Mehrschichtfilter erreicht werden.

Ein häufiger Anwendungsbereich ist die Feinreinigung von Abwässern nach einer Sedimentations- oder Flotationsanlage, z.B. in Betrieben der Metall-bearbeitung, so wie in Galvanik- und Lackierbetrieben. Bei schwächer belasteten Spülwässern kann dabei die Kies- oder Mehrschichtfiltration gleichzeitig als Reinigungsstufe zum Zweck der Wiederverwendung dienen.