Umkehrosmoseanlagen (RO-Anlagen)

Die Umkehrosmose als Membrantrennverfahren bewirkt eine weitgehende Entsalzung des Wassers. Wässrige Lösungen haben einen osmotischen Druck, der von der Konzentration der gelösten Inhaltsstoffe abhängt. Bei üblichen Brunnenwasserqualitäten ("Süßwasser") beträgt der osmotische Druck weniger als 1 bar (105 Pa), bei Meerwasser ca. 20 bar. Geeignete Umkehrosmosemembranen sind für das Lösungsmittel Wasser 
durchlässig, nicht aber für die gelösten Inhaltsstoffe.
Durch Anwendung eines äußeren Druckes, dessen Betrag den osmotischen Druck überschreiten muss, wird über die Membran eine Trennung von Wasser (Permeat) und gelösten Inhaltsstoffen erreicht, die folglich aufkonzentriert werden (Konzentrat). Die Reinheit des Permeats und die Durchlässigkeit wird von der Qualität der Membran bestimmt, die Permeatleistung vom Pumpendruck, der Bauart der Module, welche die 
Membranen enthalten und dem Anlagendesign.

Im Konzentrat steigt zunehmend der osmotische Druck und die Tendenz zur Bildung von Ablagerungen. Konzentrat wird daher ständig abgeleitet, wobei die Konzentratmenge aus wirtschaftlichen Gründen minimiert werden muss.
Die Membranen sind empfindlich gegenüber jeglicher Art von Ablagerungen an deren Grenzfläche. Um den Permeatfluss dauerhaft stabil zu halten, ist daher eine Feinfiltration und eine Konditionierung oder Enthärtung des Rohwassers erforderlich. Die Auswahl der günstigsten Vorbehandlung folgt wirtschaftlichen Betrachtungen. Gelöste Salze werden weitgehend unselektiv zurückgehalten. Die verwendeten hochwertigen Composite-Membranen erlauben ein Salzrückhaltevermögen von 98 bis 
99,5 %, je nach Membranenauswahl. Unterschiedliche Qualitätsanforderungen bestimmen die Auswahl der Membranen. Standardanlagen enthalten Wickelmodule in GFK - Druckbehältern, die chemisch, mechanisch und hygienisch höchsten Ansprüchen 
genügen. Für Süsswasser- und Brackwasseranwendungen liegt der Betriebsdruck immer unter 16 bar, so dass die Verrohrung in korrosionsbeständigen Kunststoffen (wahlweise PP oder PVC) vorgenommen wird.

Meerwasserentsalzungsanlagen werden in seewasserbeständiger Edelstahlausführung gefertigt. Die Steuerung und Überwachung der Betriebs-, Qualitäts- und Spülfunktionen übernimmt eine über die Folientastatur programmierbare Mikroprozessorsteuerung mit 
dauerhafter Speicherung der Betriebsdaten im EEPROM. Ab einer Leistung von 250 l/h werden pneumatisch betriebene Kunststoffmembranventile verwendet. 

Unsere Umkehrosmoseanlagen sind anschlussfertig, übersichtlich und 
bedienungsfreundlich auf pulverbeschichteter Stahlrahmenkonstruktion montiert. Anlagen gleicher Leistung können, je nach verfügbarem Platz, in unterschiedlichem Design gefertigt werden.

Anwendungsbereiche:

Speisewasser für Luftwäscher und Kontaktbefeuchter:


Die Anforderungen an den Betrieb raumluft-technischer Anlagen sind ständig gestiegen, v.a. wegen hygienischer Forderungen und nicht zuletzt wegen der Empfindlichkeit technischer Geräte, so dass der Betrieb mit salzarmem Umlaufwasser entweder gefordert oder zumindest empfohlen wird. 
Salzarme Wässer steigern zudem die Wirksamkeit von UV-Entkeimungsanlagen erheblich.


Speisewasser für Kühlkreisläufe:

Der entscheidende Kostenfaktor bei dem Betrieb von Rückkühlwerken ist der Verbrauch (die Verschwen-dung) von Wasser und Abwasser. Entsalztes Wasser erlaubt einen Betrieb mit hohem Eindickungsfaktor. Mittels einer Verschneidevorrichtung kann das
Speisewasser auf ein Optimum zwischen Ab-lagerungstendenz und Korrosivität eingestellt werden.
In geschlossenen Kühlkreisläufen ermöglicht ent-salztes Wasser die korrosionschemisch günstigste Betriebsweise.

Speisewasseraufbereitung für Dampferzeuger:

Auch beim Kesselbetrieb ist die zu erzielende Ein-dickungszahl der entscheidende Kostenfaktor. Die Absalzwassermenge sollte nicht über 5 - 10 % der Dampfmenge liegen. Entsalztes Wasser erlaubt nicht nur den Betrieb bei wesentlich höherer Eindickungs-zahl, sondern vermeidet auch die Gefahr der Kohlen-säurekorrosion im Kondensatsystem.


Autoklavenkreisläufe:

Entsalztes Wasser lässt sich so einstellen, dass bei sämtlichen Autoklaventypen eine ablagerungsfreie Betriebsweise erreicht werden kann.

Umkehrosmose als Vorstufe zur Reinstwassererzeugung:

Die Umkehrosmose ist ein kostengünstiges Entsalzungverfahren. Durch eine nachgeschaltete Mischbettionenaustauscheranlage oder eine zweite Umkehrosmosestufe wird eine Wasserqualität erreicht, die Reinstwasseranforderungen genügt.

Prozess- und Spülwasser:

Für das Ansetzen von Prozessbädern und für Spülwässer, z.B. in der Oberflächenbehandlung von Metallen (Dekapier- Entfettungs- und Phosphatier-anlagen, Chromatierung, Eloxalanlagen Galvanik-bäder, Vorbehandlung bei Beschichtungen,) ent-spricht Umkehrosmosewasser den geforderten Qualitätsansprüchen.

Trink- und Sanitärwasser:

Aus Brunnenwasserqualitäten mit hohem Salzgehalt, Brackwasser oder Meerwasser können (ggf. nach Verschneidung) gute Trinkwasserqualitäten erzeugt werden.